Rumour Mill wird im englischen das Geschehen auf dem Transfermarkt umgangssprachlich genannt. Auch der KSC ist in der Gerüchtemühle derzeit ein oft gesehener Partizipant. Leider immer nur um frisch gemahlenes Kadermehl der ehemaligen Erstligatruppe abzuholen, dass dann gratis in strukturschwache Regionen verschickt wird (Eichner) oder viel zu billig in Regionen, die derzeit eh viel zu billig zurückbekommen, was sie nie hatten (Franz). Ein Problem gibt es bei der Aufbauhilfe: Die Ernte ist dürftig, ob wir mit dem übrig gebliebenen Getreide den Winter überhaupt überstehen scheint mehr als fraglich.
Kein Wunder, dass Müller Becker und Bauer Dohmen nun versuchen, Getreide aufzutreiben. Nur wo? Und vor allem wie bezahlen, ohne Geld?
Vor dieser Frage scheinen auch die oben genannten zu stehen - und sie irgendwie nicht mehr überwinden zu können, als Joshua Kennedy damals die Torhüter der Liga. Der Reihe nach: Nach dem wohlverdienten und hart nicht-erarbeiteten Abstieg sollte ein Schnitt gemacht werden, eine Mannschaft mit neuem Gesicht aufgebaut werden. Während man hier vor ein paar Wochen noch das "neue Gesicht" als Aussage des Satzes erkannt hätte, ist es inzwischen wohl eher das im Präteritum stehende "sollte". Warum? Ganz einfach: Der ehemals abgeschriebene Stefan Buck soll nun Stamm-Linksverteidiger werden. Der ehemals abgeschriebene Timo Staffeldt soll bleiben. Und zur Krönung soll neuerdings auch der ehemals abgeschriebene und viel gescholtene (übrigens auch von Becker) Martin Stoll bleiben. Doch wieso um alles in der Welt sollen die ausnahmslos enttäuschenden Defensivspieler nun doch weiterhin den Rasen des Wildparks beehren?
Die Erklärung kann eigentlich nur eine sein. Wie heute auch in Medien von Vize-Präsident Schütterle (richtig, derjenige, der mal in Stuttgart gespielt hat und sich nicht mehr mit dem Verwaltungsrat an den Tisch setzten wollte) zu erfahren war, ist der KSC u.a. unwillig, aber wohl schlichtweg auch unfähig, Ablösesummen für externe Verpflichtungen aufzuwenden. Aber auch das Gehaltsbudget wird von Miller, Timm (!!!) und vor allem von unser aller Lieblingsbrasilianer Toni da Silva extrem belastet und größtenteils ausgefüllt. Was macht man nun ohne Geld für irgendwas? "Ha, gar nix!" denkt sich da wohl der ein oder andere Fan wie Verantwortliche. Den eigentlich unterschriftsreifen Vertrag mit dem Hachinger Anton "Toni" (KSC-Zynismus) Fink hat man schon einmal vorerst auf Eis gelegt. In der Hinterhand hat man aber einen anderen Hammer - Marco Pischorn ist der eine. 23 Jahre, Innenverteidiger, Drittligaspieler. Und Spieler des VfB Stuttgart. Ein grandioser Beweis, um zu zeigen, dass man aus der Vergangenheit und Noch-Gegenwart gar nichts gelernt hat. Dieser Spieler muss wortwörtlich von der ersten Minute an fehlerfrei spielen. Sonst hört man eigentlich nicht viel. Muss man ja auch nicht. Bevor man hier in Karlsruhe was falsch macht, lässt man es halt lieber.
Das einzige Mittel: Abwarten und (viel) Zäpfle trinken. Irgendwie werden die das schon hinbekommen. Vielleicht.


